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Zielgerichtet nach vorn? Warum Unternehmen zwischen Wunsch und Bedürfnis unterscheiden sollten.

11. Juni
2 Min. Lesezeit

In nahezu jedem Unternehmen heißt es mindestens 1x jährlich „Wir brauchen Ziele“: Umsatzziele, Abteilungsziele, Projektziele, Mitarbeiterziele, Effizienzziele, Qualitätsziele, Entwicklungsziele. Am Ende hat jeder ein Ziel. Aber bringen diese Ziele das Unternehmen wirklich voran?


Bahngleise mit Weiche, die sich in zwei Richtungen verzweigen.
Bildquelle: Canva

Diese Frage wird selten sauber gestellt. Meist wird einfach angenommen, dass mehr Ziele automatisch zu einer besseren Steuerung des Unternehmens führen. Dabei beginnt das Problem schon einen Schritt früher. Denn viele Ziele entstehen aus dem, was sich ein Unternehmen wünscht: mehr Planbarkeit, mehr Wachstum, bessere Zahlen, motivierte Mitarbeiter, stabile Prozesse und weniger Reibung. All das klingt vernünftig. Aber es ist noch nicht dasselbe wie das, was ein Unternehmen wirklich braucht.


Ein Unternehmen braucht zahlende Kunden. Es braucht eine Leistung, die ein echtes Kundenproblem löst – und das auch noch besser als andere Wettbewerber. Es braucht Mitarbeiter, die mitdenken, Verantwortung übernehmen und Probleme nicht nur weiterreichen. Es braucht schlanke Abläufe, damit Arbeit nicht in endlosen Abstimmungen und Freigabeschleifen versandet. Und es braucht die Fähigkeit, sich zu verändern, sobald der Markt etwas anderes verlangt als die interne Planung vorsieht.


Wird die Unterscheidung zwischen Unternehmenswünschen und Unternehmensbedürfnissen nicht klar vorgenommen, verheddern sich viele Unternehmen in der Abarbeitung ihrer Wünsche: es wird geplant, optimiert und motiviert, immer mit dem Blick nach innen. Und so bleibt lange unbemerkt, dass sie auf dem falschen Gleis fahren. Sie entfernen sich immer weiter vom Kunden und dessen Bedürfnissen und wachen erst auf, wenn sie feststellen, dass sie am Markt so nicht mehr bestehen können. Weil die Konkurrenz sie auf dem richtigen Gleis schon längst überholt hat.

 


Ziele sind überflüssig!?


Was bedeutet das für die Zielthematik? Sollen Unternehmensziele gänzlich abgeschafft werden, weil sie in die Irre führen? Nein. Ziele haben durchaus ihre Berechtigung. Werden sie eingesetzt, um echte, also marktrelevante Unternehmensprobleme zu lösen, sind sie sinnvoll. Dienen sie hingegen der internen Selbstbeschäftigung, braucht es sie nicht.


Für Führungskräfte heißt das: Streichen Sie unsinnige Ziele, die den Unternehmensbedürfnissen nicht dienen, wo immer Sie können. Richten Sie Ihr Augenmerk lieber auf die Bereiche, die dem Unternehmen und seinem Überleben nützen. Und das bedeutet meist: nicht möglichst viele Ziele, sondern besser wenige sinnvoll gewählte.

 


Im nächsten Artikel erfahren Sie, warum viele Führungskräfte ihre stärksten Mitarbeiter genau dort einsetzen, wo sie am wenigsten zum Erfolg der Abteilung beitragen.



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